Dehnungsstreifen sind keine Veränderung, die auf eine bestimmte Lebensphase beschränkt ist, doch gibt es Zeiträume, in denen sie deutlich häufiger auftreten. Dies ist auf das Zusammenspiel dreier Faktoren zurückzuführen: intensive hormonelle Veränderungen, dynamische Gewichtsveränderungen sowie eine erhöhte Geschwindigkeit des Gewebeumbaus. Die charakteristischsten Zeiträume sind die Pubertät, die Schwangerschaft sowie Phasen schneller Körperformveränderungen im Zusammenhang mit Diäten oder Krafttraining. In diesen Situationen ist die Haut einer besonderen Belastung ausgesetzt, da die Kollagen- und Elastinfasern nicht schnell genug mit der Anpassung an das sich verändernde Gewebevolumen Schritt halten können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Dehnungsstreifen ausschließlich in diesen „typischen” Phasen auftreten können. In der klinischen Praxis werden sie auch bei Erwachsenen beobachtet, die keine starken Gewichtsschwankungen durchlaufen, aber eine verminderte Hautqualität aufweisen. Eine Rolle spielen hier Faktoren wie die genetisch bedingte Kollagenstruktur, chronischer Stress, Hormonstörungen oder die langfristige Einnahme von Medikamenten, die den Hautstoffwechsel beeinflussen. Mit zunehmendem Alter kommt zudem ein natürlicher Rückgang der Gewebeelastizität hinzu, was die Anfälligkeit für Mikroverschädigungen selbst bei geringer Belastung erhöht.
Folglich sind Dehnungsstreifen kein Phänomen, das einem bestimmten Alter zugeordnet wird, sondern treten in Momenten auf, in denen die Haut ihre Anpassungsfähigkeit an die im Körper stattfindenden Veränderungen verliert. Gerade das Verhältnis zwischen dem Tempo der Veränderungen und der Regenerationsfähigkeit entscheidet über ihre Entstehung.